Biographischer Tanz als Rollenstudium

für Schauspieler/innen

Biographischer Tanz zur Unterstützung und Vertiefung der Arbeit an einer Figur in drei Schritten.
Als Schauspieler/in ist es wichtig, sich seiner eigenen Geschichte bewusst zu sein und sich mit ihr auseinander gesetzt zu haben. Das Erlebte bildet das Repertoire, auf das wir zurückgreifen, um einer Figur glaubhaft Leben einzuhauchen, ihr eine Seele zu verleihen. Wir orientieren uns an Gefühlen.
Schritt 1: Arbeit an der eigenen Biographie.
Über die Medien Bewegung, Tanz, Malen, Schreiben nähern wir uns der eigenen Geschichte auf eine neue Art. Im Vordergrund steht dabei, Impulse aufzuspüren und Erlebtes authentisch (d.h. ohne ein zusätzliches Spiel) über die körperlichen Möglichkeiten auszudrücken. Das Wort, über das sich der Schauspieler oft primär als Mittel des Ausdrucks bedient, steht nicht im Vordergrund.
Der Schauspieler bewegt Stationen seiner Biographie und kann sich den Ungereimtheiten, Wendepunkten und Unbewusstem intensiv zuwenden.
All dies kann dazu dienen, sich selbst weiter kennen zu lernen und Erlebtes als Repertoire für Rollen bewusst zu haben.
Schritt 2: Arbeit an der Biographie der Rolle
Wie oben beschrieben wird über die Bewegung, den Tanz, das Malen und Schreiben in die Biographie der Figur eingestiegen und sich intensiv mit ihr auseinander gesetzt. Dies kann zu neuen Erkenntnissen führen, die nicht auf geistiger/kognitiver Ebene gemacht, sondern am eigenen Leibe durchlebt wurden und so einen Raum zur Verinnerlichung finden können und dem Schauspieler auf körperlicher und emotionaler Ebene zur Verfügung stehen. Die Innenansicht der Figur, das „sich- in- ihrer- Geschichte- bewegen“, macht den Biographischen Tanz zu einer großen Bereicherung und Schatz für Schauspieler, die sich tiefgehend mit einer Rolle beschäftigen wollen.
Schritt 3: Zusammenführen von Schritt 1 und 2
Als dritter Schritt wird eine Querverbindung zwischen der Biographie des Schauspielers und der der Figur gezogen: Wo gibt es Ähnlichkeiten, wo haben Emotionen den gleichen Ursprung, aus welchem Blickwinkel meiner Geschichte kann ich die Geschichte der Figur besser verstehen? Wo ist mir die Figur und ihre Geschichte fremd und welche Möglichkeiten habe ich, das über mein Bewegungsrepertoire darzustellen?
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